Der Schotter und die Bürger
Handymasten, Schottergruben, Parteifreundschaften, die auf der Kippe stehen: Die
Debatte um die Forstheide in Kematen weist mehrere bemerkenswerte Punkte auf. Da
stehen sich zwei Parteikolleginnen - Ortschefin Juliana Günther und Abgeordnete Michaela
Hinterholzer - gegenüber, die sich wegen des Konflikts nicht mehr viel zu sagen haben,
obwohl sie früher ÖVP-Wahlsiege innigst gefeiert haben. Grund für ihr Zewürfnis: Die
Firma Hinterholzer will ihre Schottergruben erweitern, pocht auf Rechtssicherheit und sieht
sich von der Gemeinde unfair behandelt.
Da stehen sich aber auch Bürger und Politiker gegenüber. Die Anrainer fühlen sich - bei
der geplanten A1-Mobilfunkstation genauso wie bei den Schottergruben - im Stich
gelassen. Da mag die Ortschefin noch so oft versichern, sie stünde voll hinter ihnen. Den
Betroffenen fehlt der Glaube, nachdem die Gemeindeführung mehrmals ein unglückliches
Händchen bei den Genehmigungsverfahren bewiesen hat.
Die Forstheide ist ein sensibles, schützenswertes Gut. Die Gemeinde agiert in der
Diskussion aber mitunter wie der Elefant im Porzellanladen.
(c) Stefan Hackl, NÖN Woche 47/2011
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